Zahngesundheit im Kleinkindalter

Karies und Zahnfleischentzündungen gehören
zu den am weitesten verbreiteten chronischen Erkrankungen, 98 % der Bevölkerung sind davon betroffen.
Diese Zahnschäden sind leider auch bei kleinen Kindern verbreitet. Untersuchungen zeigen, dass schon bei den 3 jährigen jedes zweite Kind kranke Milchzähne hat, bei den 4 jährigen sind es 73 % und bei den 5 jährigen sogar 85%.

Wir sind davon überzeugt, dass solche Schäden zu vermeiden sind, da die Ursachen für die Entstehung von Zahnerkrankungen heute genau bekannt sind.

Um die Zähne gesund zu erhalten und Kindern Gebissschäden, Schmerzen und Angst vor dem Zahnarzt zu ersparen, reichen drei einfache Maßnahmen aus:

  • gründliche Zahnreinigung
  • ausgewogene Ernährung
  • regelmäßige Kontrolluntersuchungen durch den Zahnarzt

Warum sind gesunde Milchzähne so wichtig?

Gesunde Milchzähne sind die Grundvoraussetzung für ein gesundes bleibendes Gebiss: Ist ein Milchzahn an Karies erkrankt, so kann er den Nachbarzahn, auch den bleibenden Zahn, „anstecken“. Die Milchzähne haben entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung des Ober– und Unterkiefers und auf die richtige Stellung der bleibenden Zähne. Sie sind die Platzhalter für die durchbrechenden bleibenden Zähne. Geht ein Milchzahn zu früh verloren, kippen die benachbarten Zähne in die Lücke. Der bleibende Zahn kann sich nicht in den vorgesehenen Platz in der Zahnreihe einordnen – die Folge sind Fehlstellungen, die später durch eine langwierige und kostspielige kieferorthopädische Behandlung behoben werden müssen.

Wie putze ich meinem Kind die Zähne?

Bereits die ersten Milchzähne müssen jedes Mal nach dem Essen, mindestens aber nach der letzten Mahlzeit, von Mutter oder Vater mit einer kleinen Zahnbürste gereinigt werden. Setzen Sie die Bürste so an, dass die Borsten im Winkel von 45 auf dem Zahnfleischrand aufsetzen. Machen Sie nun mit dem Bürstenkopf auf der Stelle kleine vibrierende Bewegungen: so lockern Sie die Beläge. Wischen Sie mit der Zahnbürste vom Zahnfleischrand über den Zahn bis hin zur Kaufläche (von Rot nach Weiß). Damit jeder Zahn ausreichend gereinigt wird, zählen Sie beim Putzen eines Zahnabschnittes langsam bis 5 und gehen erst dann mit der Zahnbürste zum nächsten Zahn weiter. Reinigen Sie auf diese Weise Zahn für Zahn, vom unteren hinteren Backenzahn über die Schneidezähne bis zum hinteren Backenzahn auf der anderen Seite, sowohl innen wie außen. Zum Schluss putzen Sie mit kleinen vibrierenden Bewegungen die Kauflächen.

Mit eineinhalb Jahren könnten Kinder die Kauflächen ihre Zähne selbst putzen. Mit 3 Jahren lernen sie, auch die Seitenflächen der Zähne zu putzen ("Kreise auf die Zähne malen"). Bis zum Schuleintritt ist es nötig, dass Sie Ihrem Kind abends zur Kontrolle in den Mund sehen und auf jeden Fall die Zähne nachputzen.
Wenn im Alter von 6 Jahren die ersten bleibenden Backenzähne durchgebrochen sind, sollen die Eltern einmal täglich die Zwischenräume zwischen diesen bleibenden und den davor liegenden Milchbackenzähnen mit Zahnseide reinigen. So soll verhindert werden, dass in den Zahnzwischenräumen Karies entstehen kann.

Günstig ist es, wenn Sie nach dem Mahlzeiten gemeinsam mit dem Kind die Zähne putzen. Kleine Kinder ahmen gern das nach, was sie von den "Großen" sehen.
Wichtig beim Zähneputzen ist die Kontrolle im Spiegel. Richten Sie es deshalb so ein, dass sich Ihr Kind im Spiegel sehen kann.

Wir zeigen Ihrem Kind gerne bei uns in der Praxis eine altersgemäße Putztechnik.

 

 

 

 

GESUNDE ERNÄHRUNG

Zur ausgewogenen Ernährung gehören z.B. Vollkornprodukte, Kartoffeln, Vollreis, Milch und Milchprodukte. Zucker in jeder Form sollte eingeschränkt werden. Am gefährlichsten sind alle klebrigen Süßigkeiten und zuckerhaltigen Getränke (wie Kindertee, Limonade und Cola).
Zucker wirkt auf doppelte Weise zahnschädigend: Zum einem dient er als Nährboden für die Bakterien in den Zahnbelägen (Plaque), zum anderen wird er von Bakterien in Säuren umgewandelt. Die Säuren entziehen dem Zahnschmelz wichtige Mineralien und fördern damit die Entstehung von Karies.

Das Bedürfnis nach gesüßten Nahrungsmitteln wird schon sehr früh durch süße Babynahrung geweckt und später durch bestimmte Traditionen und Gewohnheiten aufrechterhalten. Darum ist es zunächst nicht einfach, sich an eine zuckerarme Ernährung zu gewöhnen. Bei Kleinkindern ist eine Ernährungsumstellung noch leichter möglich: Geben Sie Ihrem Kind zwischendurch statt Keksen oder Kuchen lieber Zwieback oder Obst. Zuckerfreies Müsli zum Frühstück ist gesünder als Brot mit Nuss-Nougat-Creme.

Setzen Sie Süßigkeiten nicht als Trost oder Belohnung ein und bitten Sie Verwandte und Bekannte eindringlich, auf süße Mitbringsel zu verzichten. Kinder freuen sich auch über andere Kleinigkeiten (Malstifte, Figürchen, kleine Autos, Bilderbücher u.s.w.).

FLUORIDE

Wenn das Trinkwasser keine Fluoridzusätze enthält, empfiehlt sich, täglich dem Kind Fluoridtabletten in altersgerechter Dosierung zu geben (bis 2 Jahre: 0,25 mg/Tag,
zw. 3 und 4 Jahre: 0,5 mg/Tag, 5 Jahre: 0,75 mg/Tag und ab 6 Jahre: 1,00 mg/Tag). Fluorid wird in die Zahnhartsubstanz eingebaut, härtet den Zahnschmelz und bietet damit einen Schutz gegen Säureangriffe.

Sehen Sie dazu auch das Thema: Kontrolluntersuchungen bei Kindern an.